Pacman Return

August 22, 2007

Termin:
Games Convention in Leipzig: 19. – 23.08.2009

2600-270-edit.jpg

Sicher verstaut fristet mein Atari VCS 2600 nun sein Leben auf dem Dachboden. Vor gut 25 Jahren war die Kult-Konsole im Dauereinsatz in den Kinder- und Jugendzimmern unseres Planeten.

pitfall-270.png

Der Nachmittag war vorprogrammiert. Tapfer und entschlossen verteidigten wir zuerst bei Chopper Command den Hilfskonvoi des Deutschen Roten Kreuzes. Dann eilten wir bei Pitfall abenteuerlustig und todesmutig durch den Dschungel des Grauens. Stolz und kämpferisch eroberten wir anschließend bei Space Invaders den Himmel von kaum erkennbaren Aliens zurück. Spätestens bei Summer Games holten wir uns dann endgültig einen Tennisarm. War das schön!

stick-atari-230.jpg

Nach dem traurigen Ende von Atari im Herbst 1984 übernahm dann Commodore mit dem legendären C64 die weltweite Marktführerschaft im Computer-Spiele-Segment.
Die Party ging nahtlos weiter. Mit ungebrochener großer Vorstellungskraft erlebten wir ferne Welten, die uns in daumengroßen Pixel auf den Schwarz-Weiß-Fernseher gezaubert wurden.

Auch Musiker und Produzenten blicken offensichtlich gerne auf die Pionierzeit der ersten Spiele-Konsolen und Home-Computer zurück. Einen besonderen Tribut an diese Ära zollte Anthony Rother im Jahre 2001 mit seinem Projekt Little Computer People. Mit dem Album „Electro Pop“ vermischt Rother gekonnt Kraftwerk und Inner City-Elemente mit dem typisch spartanischen C64 Sound. Konsequent und humorvoll präsentieren sich Little Computer People im Video Clip zur gleichnamigen Single.

electro-pop-270.jpg

Auch die Party-Hit Produzenten Jesper Mortensen und Jeppe Breum alias Junior Senior bedienen sich in ihrem Clip zum Smash-Hit „Move Your Feet“ der Atari und Commodore-Pixel-Ästhetik der frühen 80er Jahre. Neben viel Witz und Liebe zum Detail geizen die Dänen im Video nicht mit diversen Anspielungen auf ihre Homosexualität. Es macht immer wieder Laune, sich diesen mittlerweile vier Jahre alten Klassiker anzuschauen.

j-s-270.jpg

Heute überflutet uns die Video-Spiel-Industrie mit perfekten, fast real wirkenden Simulationen. Sicherlich machen die Spiele auf Playstation, Xbox, Wii und Co. sehr viel Spaß. Aber das Herz schlug bei River Raid einfach höher. Oder?

Je t’embrasse, Le Conférencier

Finding Nemo

August 8, 2007

Video-Tipp:
The Chemical Brothers „The Salmon Dance

we-are-the-night-edit-270.jpg

Die Kritiker von The Times über The Guardian stehen Kopf und feiern das aktuelle Album der Chemical Brothers als ihr bestes Werk.

In meinen Augen hat jeder Longplayer der Briten das Prädikat „Besonders wertvoll“ verdient. „We Are The Night“ bietet fast alle Facetten des Dancefloors und animiert mit jedem Stück auf dem Album alle Muskeln unseres Körpers zum Tanzen.

the-chemical-brothers-edit-270.jpg

Seit nunmehr 13 Jahren beglücken uns die Chemical Brothers mit berauschender elektronischer Musik. Gemeinsam mit The Prodigy, Junkie XL und The Crystal Method sorgten Tom Rowlands und Ed Simons für den weltweiten Siegeszug des Big Beats. Dank Ihrer steten Weiterentwicklung ist jeder Song und jeder Clip pure Innovation und Wegweiser für die Dance- und Elektronic-Szene.

Auch ihre Live-Shows sind an Extravaganz kaum zu überbieten. Gerne erinnere ich mich an ein Konzert der beiden Sound-Tüftler im Münchner Zenith 1999. Als die Show begann, liefen reihenweise verstörte, schreiende und aus den Ohren blutende Teenager orientierungslos aus der Halle. Spätestens als ich mir Teile des Deckenputzes aus den Haaren entfernen musste, war mir klar, dass dies das lauteste Konzert war, dem ich jemals beigewohnt hatte.

An das Video zur ersten Single „Do It Again“ vom aktuellen Longplayer „We Are The Night“ muss ich mich immer noch gewöhnen. Dagegen zählt das Video-Meisterwerk zur Chemical Brothers Single „Elektrobank“ von Kult-Regisseur Spike Jonze zu meinen All Time Favorites.

Absolut sehenswert ist auch der Video Clip zur Single „Believe“. Eindrucksvoll schildern die Regisseure Nick Goffey und Dominic Hawley, wie nahe wir uns alle am Rande des Wahnsinns befinden. Wie Jonze nutzen Goffey und Hawley auch gerne Sportwettkämpfe als Metapher in Video Clips. 1999 setzten sie mit dem Video Clip zur Single „She´s The One“ Robbie Williams optimal in Szene.

Schreibt mir, welche Clip Classics Euer Herz höher schlagen läßt.

Je t’embrasse, Le Conférencier

Privjet

August 8, 2007

russia-culinaria-edit-270.jpg

Was haben die Russen nur gegen westliche Popmusik?

Im November 2006 mußten die Mitglieder der englischen Überfliegerband Razorlight um ihr Leben bangen. Sie saßen in einer mit Polonium 210 contaminierten Maschine der Britisch Airways. Das Gift stammte seinerzeit noch vom Anschlag auf den russischen Geheimagenten Alexander Litwinenko. Bis heute wird der russische Geheimdienst KGB hinter dem feigen Mord vermutet. Nach einigen Tagen Aufenthalt in einem Londoner Krankenhaus gab es dann Entwarnung für die Musiker. Die Mengen reichten für eine ernsthafte gesundheitliche Gefährdung zum Glück nicht mehr aus.

razorlight-270.jpg

Razorlight „In The Morning

Vor einigen Monaten kam es dann zu einem erneuten „Angriff“ auf westliche Popstars. Die Pet Shop Boys befanden sich gerade auf dem Flug nach Neuseeland von einem Konzert in Chile, als ihr Airbus 340 knapp von einer abstürzenden russischen Sonde verfehlt wurde. Keine 40 Sekunden später hätte es den erfolgreichsten Pop-Act der 80er Jahre beinahe nicht mehr gegeben. Neil Tennant und Chris Lowe küssten bei der Ankunft am Flughafen in Auckland erst mal den Boden der Rollbahn.

pet-shop-boys-edit-270.jpg

Pet Shop Boys „What Have I Done To Deserve This

Besonders viel können die Russen in Sachen Popmusik in der Tat nicht vorweisen. Aber es gibt Ausnahmen.

Lena Katina und Julia Volkova alias t.A.T.u. waren bis vor ihrer Entdeckung durch (den hatten wir doch schon mal) Trevor Horn im Jahre 2002 nur in einigen Teilen der russischen Förderation erfolgreich. Während das Originalalbum „200 По Встречной“ nur wenige 10.000 Einheiten absetzte, wurde das von Horn komplett neu arrangierte Debüt „200 Km/h In The Wrong Lane“ mehr als fünf Millionen mal verkauft. Letztlich ist der einzige jemals erfolgreiche russische Pop-Export nur durch westliche Hilfe in diese Spähren gelangt.

tatu-3-edit-270.jpg

t.A.T.u „All About Us

Neben t.A.T.u. hat es bisher nur die russische Dance Formation PPK ohne fremde Hilfe in die europäischen Charts geschafft. Mit ihrem Trance-Track “Resurection” aus dem Film “Siberiade” erklommen die drei DJ´s und Soundtüftler immerhin Platz 3 der UK Verkaufscharts. Auch die deutschen kauften fleissig ihre Maxi-CD. PPK waren über ein halbes Jahr in den Media Control Charts gelistet.

cccp-edit-270.jpg

Ein Hommage an Gorbis mutige Politik lieferte 1987 das deutsche Dance-Projekt C.C.C.P. in Form eines Synthie-Hits ab. Mit „Made In Russia“ schaffte das Trio aus Frankfurt am Main den Sprung in die internationalen Charts. Besonders lange in den Clubs hielt sich der Track in Deutschland und in den Niederlanden. Auch mit ihrem Longplayer „The World“ feierten C.C.C.P. einen großen Achtungserfolg.

Je t’embrasse, Le Conférencier

Klimawandel

August 8, 2007

earth-edit-270.jpg

In den 80ern wurden sie gefeiert – Die Stars der Neuen Deutschen Welle. Sie philosophierten über ein „Tretboot in Seenot“, begehrten die „Sennerin vom Königssee“ und wollten „Einmal nur mit Erika“ dieser Welt entfliehen. Durch unsere naiven Plattenkäufe machten wir so manchen deutsch singenden Künstler zum Penthouse-Besitzer. Den Pulitzer Preis hätte keiner der Songschreiber abgeräumt. Aber in einigen wenigen Songs verbarg sich eine beklemmende Botschaft, die heute dank der bevorstehenden Klimakatastrophe aktueller und realer denn je erscheint.

Während Wolf Maahn sich über „Rosen im Asphalt“ freute, lenkte Gänsehaut mit „Karl der Käfer“ die Aufmerksamkeit auf die fortschreitende Vernichtung unserer Natur durch Wälderrodung und Autobahnbau. Aber haben wir diese Herren und ihr Mitteilungsbedürfnis wirklich ernst genommen? War Öko in? Wahrscheinlich schmunzelten wir eher über die unfreiwillig komischen Gänsehaut Auftritte in Fernsehshows, die uns an Stammtischtreffen der Gründungsmitglieder der Grünen erinnerten. Karl der Käfer war uns doch Scheißegal. Oder?

Mehr Aufmerksamkeit dagegen erreichte 1982 die Formation Grobschnitt mit ihrer Umwelt-Mahn-Hymne „Wir wollen leben“. Dieser Text ging wirklich unter die Haut.

peter-schilling-3-edit-270.jpg

An nachhaltigsten sind aber die Songs von Peter Schilling. Auf der Hit-Single „Die Wüste lebt“ aus seinem Debüt-Album „Fehler im System“, rechnete der Stuttgarter sarkastisch mit der oberflächlichen Wegwerf-Gesellschaft ab. Schillings größter Hit nach „Major Tom“ war „Terra Titanic“. Erbarmungslos schildert er den Untergang unserer ohnehin schon geläuterten Erde durch Umweltsünder.

Nachdenklich erinnere ich an die Empfehlung von Geier Sturzflug aus dem Jahre 1983: „Besuchen Sie Europa“. Solange es noch steht.

Je t’embrasse, Le Conférencier

Beatbox

August 8, 2007

Heute möchte ich an New Orders „Love Bizarre Triangle” erinnern. Dieser Song gehört zweifelsohne zu den größten Popperlen unserer Zeit. Produziert und gemixt wurde der Song 1986 von Producer-Legende Shep Pettibone. Der New Yorker versüßte bereits Mega-Hits für Madonna, Level 42, Kim Wilde, Janet Jackson, Depeche Mode und die Pet Shop Boys. Eine beachtliche Auflistung seines Schaffens findet Ihr auf seiner aktuellen Website.

In Europa sollte sich „Love Bizarre Triangle“ zu keinem großen kommerziellen Erfolg entwickeln. In Australien hingegen hielt sich die Single wochenlang in den Top 5 der Verkaufscharts. Empfehlenswert ist auch das von Robert Longo fantastisch in Szene gesetzte Video.

new-order-true-faith-cover-1-edit-270.jpg

In mein Herz hat sich allerdings „True Faith“ als bester New Order Song festgefräst. Kein Song der 80er hat für mich treffender Melancholie und Unbeschwertheit miteinander vereint. Auch diese Hymne verfeinerte Mix-Ikone Shep Pettibone.

Aber auch ohne jede fremde Hilfe haben New Order Meilensteine der Popgeschichte abgeliefert. So gilt ihr größter Hit „Blue Monday“ aus dem Jahre 1983 immer noch als meistverkaufte Maxi-Single aller Zeiten.

art-of-noise-edit-270.jpg

Mein Greatest Hit des Tages stammt passenderweise aus der Feder von Trevor Horn. Auch er gilt als einer der erfolgreichsten und begnadetsten Producer unserer Zeit. Vor der legendären Gründung von Frankie goes to Hollywood schuf er mit dem Kult Projekt Art of Noise die seinerzeit eigenwilligsten Popkreationen.

In Zusammenarbeit mit (wie kann es anders sein) Shep Pettibone entstand 1983 der Track „Beatbox“. Zwei Jahre später erreichte die Maxi-Single die Spitze der amerikanischen Dance Charts. Soviel Innovation findet sich heute selten in der Welt des Pops.

Je t’embrasse, Le Conférencier

Forever Young

August 8, 2007

alphaville-forever-young-cover270.jpg

Es war einer dieser Momente, die man nie vergisst. Meine Freundin Patrizia stand an einem lauen Sommerabend im September 1984 am Fenster ihres Jugendzimmers und blickte melancholisch in die Nacht. Vor ihr lag die bescheidene Skyline unserer stolzen Heimatstadt. Ich saß auf ihrem Futtonbett und schaute sie verliebt an. Als Patrizia sich umdrehte und mir verlegen zulächelte, bemerkte ich Tränen in ihrem zarten Gesicht. Im Hintergrund zelebrierten Alphaville auf einer 90er BASF-Ferrochrom-Cassette die letzten Akkorde ihrer Sehnsuchts-Hymne „Forever Young“. Es war so schön wie es kitschig war.

1984 war auch das Jahr der Münsteraner Marian Gold, Bernhard Lloyd und Frank Mertens. Ihr Projekt Alphaville trug nach Jahren harter Arbeit endlich Früchte. Ihr Aufstieg in den internationalen Pop-Olymp begann mit dem Smash-Hit „Big In Japan“. Ein perfekt aufeinander abgestimmter Synthie-Sound, kombiniert mit einer Melodieführung für die Ewigkeit und dem charismatischen Gesang des eigenwilligen Marian Gold traf den Nerv der Menschen. Und das weltweit.

Kein geringerer als der Kinderbuchautor, Schweizer Nationalgolfer, Abstrakt-Maler und Yello-Sänger Dieter Meier führte beim Video Clip zu „Big In Japan“ Regie. Alles wurde perfekt in Szene gesetzt.

alphaville-nasa-crew-edit-270.jpg

Einzigartig auch die Kostümwahl für Pressefotos. Alphaville wurden oft mit der Besatzung des einstigen Nasa-Stolzes “Challenger” verwechselt.

Auch die Nachfolge-SinglesSounds Like A Melody“ und eben jenes „Forever Young“, nebst gleichnamigem Album, regierten die internationalen Charts. Nach dem Austausch des Keyboarders (Echolette kam für Mertens) holten Alphaville Produzentengrößen wie Scott Walker (Simple Minds) und Steve Thompson (A-ha, David Bowie) ins Studio. „Afternoons In Utopia“ entstand und gilt bei vielen Millionen Fans und Kritikern als ihr emotionalstes Album. Weitere weniger erfolgreiche, aber nicht minder schöne Pop-Werke folgten. Bis hin zur fantastischen Song-Sammlung „Dreamscapes“, die das wahre Potential dieser Band widerspiegelt.

Heute lebt Patrizia übrigens im fernen Amerika und verbringt mit ihren drei süßen Kindern lustige Nachmittage in Salt Lake City. Ihre älteste Tochter heißt Dana und ist mit 15 Jahren großer O.C. California Fan. Am liebsten hört sie „Forever Young“ vom O.C. California Soundtrack. Die aus Down Under stammende Band Youth Group coverte die Alphaville-Ballade und belegte damit wochenlang die Spitze der australischen Single-Charts. So schließt sich der Kreis.

Seit einigen Monaten haben Alphaville wieder einen Plattenvertrag mit Warner und arbeiten fleißig an einem neuen Album. Viel Erfolg Marian. Wir freuen uns.

Je t’embrasse, Le Conférencier

Wir sind der Zukunft Mitgestalter. Computer
könn´ wir konstruiern, die auf Befehle reagiern. Es könnte sein, daß es passiert, wenn sie von falscher Hand geführt, daß sie vernichten nuklear, die Welt wie einst Hiroshima. Der Countdown läuft…

the-day-after-movie-edit-270.jpg

Es war an einem heißen Sommertag im August 1983, als ich mit meiner damaligen Freundin Patrizia in den Dünen von Wangerooge lag und im Radio den Song „Computerkarriere“ hörte. Es hat mich mächtig beeindruckt und auch erschreckt, mit welch einfachen Worten der bevorstehende Atomkrieg beschrieben wurde. Und das ausgerechnet noch von den Puhdys aus der DDR. Es herrschte seinerzeit der berüchtigte Kalte Krieg zwischen Ost und West. Die UdSSR richteten gerade ihre Raketen Richtung West-Deutschland. Wahrscheinlich wurde auch in diesem Moment die totale Vernichtung von Wangerooge durch die sowjetische Millitärspitze beschlossen.

Zugegeben, Patrizia wusste, wie man mich vorübergehend zum Vergessen bringen konnte. Aber eben nur vorübergehend. Am Abend kam das beklemmende Gefühl der heraneilenden Apokalypse wieder zum Vorschein. Im gemütlichen Inselkino wollten wir eigentlich Roger Moore in „Octopussy“ genießen. Dummerweise gab es erst eine einstündige Dokumentation und Vorschau auf „The Day After“. Noch heute läuft es mir bei diesem Film eiskalt den Rücken herunter.

Nach der Vorstellung traf ich eine schwerwiegende Entscheidung. Anstatt den Abend mit Patrizia in den Dünen ausklingen zu lassen, spielte ich sämtliche Atomkrieg-Verteidigungsvarianten auf meinem C64 im Aufenthaltsraum unserer Pension durch. Auch wenn ich tatsächlich alle Levels von „World War 3“ und der Vorab-Version von „Raid over Moscow“ in nur einer Nacht schaffte – sicherer fühlte ich mich immer noch nicht.

Am Tag danach besuchten wir eine Jugendveranstaltung im Großen Kursaal. Aus den 2000 Watt Boxen wummerte New Orders Pop-Hymne „Blue Monday“ und nahm mich mit auf eine prägende Kopfkino-Reise. Ich sah mich und Patrizia nackt in den Dünen von Wangerooge liegen. Im Angesicht eines gerade aufblühenden Atompilzes. Wir strahlten uns ein letztes Mal an. Was für ein Abgang.

wangerooge-dune-270.jpg

Wangerooge im Sommer 1983
Weißt Du noch Patrizia?
Sie spielten „Living On Video“ von Trans X.

Seit 24 Jahren habe ich nicht an diese Begebenheit gedacht. Doch seitdem Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad den Westen mit seinem eigensinnigen Atomprogramm ängstigend vor sich hertreibt, schleicht sich auch bei mir langsam aber sicher jenes unwohle Gefühl ein, welches mich 1983 beinahe um meine erste Liebe gebracht hätte.

Abgestumpfter, aber nicht weniger interessiert, beobachte ich die neue Dimension eines drohenden Atomkonfliktes. Irans Bodenschätze sind wesentlich verlockender für die USA, als die der Nord-Koreaner. Daher sollte keiner an der Entschlossenheit von Bush und seinem Gefolge zweifeln, sich schnellstmöglich die nächste Groß-Tankstelle zu sichern.

Leider haben weder Mahmud noch George W. jemals Paul Hardcastles „Voices of the world“ gehört oder John Badhams „War Games“ gesehen. Musiker und Regisseur kommen in ihren Werken zum selben nüchternen Ergebnis: Es gibt keine Sieger in einem Atomkrieg.

Je t’embrasse, Le Conférencier